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Bad Meinberg 1904 - 1940 Bad Meinberg 1950-1985 |
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Vorwort Seit 100 Jahren wird der Beherbergungsbetrieb "G**HAVERGOH - Wander- & Fahrrad-Hotel im Naturpark Teutoburger Wald" durch die Familie Havergoh geführt. Mit dieser Firmenchronik erinnern wir an die vorherigen Generationen, die das Familienunternehmen gegründet, weitergeführt und ausgebaut haben.
Natürlich spiegelt sich dabei auch die wechselhafte Geschichte unseres Ortes und Landes wieder. Leider gibt es aus der Zeit vor den 1930er Jahren keine betrieblichen Aufzeichnungen oder öffentliche Akten, die meisten sind durch die Kriegsereignisse 1945 verloren gegangen. Erste offizell bekannte Quelle ist ein Schreiben aus dem Jahr 1933 der Verwaltung Horn, in dieser wurden die Schwestern Havergoh als Betriebsnachfolgerinnen des im Jahr 1910 ausgestellten Gewerbescheines eingetragen. 1910 bis 1933 Der Schneidermeister Hermann Adolf Meier zum Havergo (im Adressbuch des Landes Lippe 1926- Schreibweise des Namens in lippischer Aussprache: „Hermann Haverjoh“) *1872 Stapelage †1944 Bad Meinberg, ∞ 1899 verheiratet mit Caroline Wilhelmine Meier zum Havergo *1872 geb. Altenbernd, Herrentrup †1933 Bad Meinberg – 6 Kinder -, baute 1909/10, das vorher abgebrannte kleine Wohnhaus mit 2 Privatschulräumen - Adresse Bad Meinberg Nr. 185, in vergrößerter Form zum zweigeschossigem Pensionsgebäude mit Wohnräumen im Dachgeschoß, einer kleinen Schneiderstube im Erdgeschoß und einem Stall für zwei Schweine und Hühner wieder auf.
Die Urgroßmutter des jetzigen Firmeninhabers führte im aufstrebenden fürstlichen Bad Meinberg das Fremdenheim „Haus Havergoh“ als Saisonbetrieb von April bis Oktober. Wie in dieser Zeit üblich waren auch die Kinder und eine junge Frau zur Ausbildung für die Versorgung der 9 Fremdenzimmer mit Wasser und der Vollverpflegung der Kurgäste beschäftigt. Standard: kein fließend Wasser in den Fremdenzimmern, Ofenheizung und 2 Toiletten im Erdgeschoßanbau neben dem Stall. Durch die große Depression Ende der 1920er / Anfang 1930 Jahre gingen die Gästezahlen drastisch zurück, für 1931 sind 9 anreisende Kurgäste überliefert. Im Alter von 56 Jahren starb die Urgroßmutter unerwartet während der Gartenarbeit.
1933 bis 1985 Die mütterliche Betriebsführung wurde im September 1933 von den beiden Töchtern Minna Meier zum Havergo * 1905 Bad Meinberg † 2008 Bad Meinberg und Martha Meier zum Havergo * 1908 Bad Meinberg † 2003 Bad Meinberg übernommen und als Gewerbeinhaberinnen angemeldet. Die Adresse lautet nun‚ „Bad Meinberg, Mittelstraße 63“. Die ältere Schwester Minna führte die Küche und Bücher und Martha kümmerte sich um das Wohl der Gäste und um Haus, Hof und Garten.
Im Ortsprospekt von 1935 „Bad Meinberg – nahe der altgermanischen Kultstätten Externsteine und Hermannsdenkmal“ wirbt das Haus Havergoh mit „Ruhige Lage, nahe dem Kurpark und Badehaus, Sonnige Veranda und Vorgarten mit Liegestühlen“. Es wurden 10 Zimmer angeboten und der Zimmer- und Pensionspreis betrug RM 4,50. 1937 wurde folgendes offeriert: Bett 2,- RM + Frühstück 1,- RM + VP 4,50 b. 5,- RM oder die Pauschal-Moor-Kur mit 21 Tage Übernachtung, Vollpension und ärztliche Überwachung 182,- RM - Preisgruppe B. Durch den kräftigen Aufschwung des staatlichen Kurwesens bis zum Beginn des 2. Weltkrieges entwickelte sich der kleine Familienbetrieb, so wurden das Gebäude und die Gästezimmer mit fliesend kalt und warm Wasser und Zentralheizung ausgestattet.
In der Kriegszeit wurden zuerst Sanitätsbedienstete des Lazaretts untergebracht, später Flüchtlinge aus dem Ruhrgebiet zwangseinquartiert. Der Kurbetrieb kam bis Anfang 1948 völlig zum erliegen; somit war der Betrieb des Kurheimes eingestellt worden.
Nach dem Anschluß des Landes Lippe an das Land Nordrhein-Westfalen kamen im Herbst 1948 die ersten Bergleute und Stahlarbeiter aus dem Ruhrgebiet nach Bad Meinberg zur Erholung, somit begann auch wieder das „normale Leben“ in der Familie Havergoh. Der Aufschwung der Wirtschaftswunderjahre mit der staatlichen und privaten Kurvorsorge für jeden Bundesbürger führte Anfang der 1950er Jahre zu einer regen Bautätigkeit in Bad Meinberg. 1955 entschlossen sich die Schwestern den bisherigen 12 Zimmer-Betrieb durch einen „großzügigen“ Anbau um 10 Gästezimmer, einer großen Gewerbeküche im Erdgeschoß, einem Speiseraum für 30 Personen, einen Aufenthaltsraum für 20 Personen, 6 Toiletten und neuem Treppenhaus zu erweitern.
Ab der Saison 1956 (Anfang März bis Ende November) konnten im gesamten Haus 30 Betten genutzt und bis zu 40 Personen in Vollpension verpflegt werden – bis zu 12 Personen wurden in Privatzimmern in der Nachbarschaft untergebracht. Die Geschwister beschäftigten bis zu 4 junge Frauen, z.T. Lehrmädchen.
Standard in dieser Zeit: Zimmer mit fliesend warm und kalt Wasser, Zentralheizung und Etagentoiletten. Auf den Einbau von Zimmern mit Dusche und WC wurde bewußt verzichtet, da auf Rate der Kurärzte, dies für Überflüssig gehalten wurde. Begründung: Die Gäste müssen täglich in die Moorvollwanne bzw. Thermalbad, das Leistungswasser gefährdet den Kurerfolg.
In dieser Zeit waren die privaten Kur-, Kurlaubs- und Feriengäste die Zielgruppe für die Belegung, die Sozialversicherung zahlt die Behandlungen im Staatsbad. Durch die persönliche und ansprechende Art der beiden Schwestern gewannen Sie viele regelmäßig buchende Stammgäste – Aufenthaltsdauer mindestens 14 Tage, meistens 21 oder 28 Tage.
Im Unterkunftsverzeichnis des Hotel- u. Gaststättenverbandes Bad Meinberg e.V. von 1965 wurde für das Haus Havergoh mit „ruhige, sonnige Lage, schöner Garten, nahe Kurpark“ geworben; wobei der Preisrahmen für Übernachtung mit Halbpension mit DM 14,00 bis 15,50 angegeben wurde.
Die positiven Gästeentwicklungen in den 1960er bis Mitte der 1970er Jahre führten ab Anfang der 1970er Jahre zur Weiterentwicklung der Pension „Haus Havergoh – Horn-Bad Meinberg, Brunnenstraße 67 Tel. 9754“ mit dem Einbau von den ersten Zimmern mit Dusche und WC, d.h. Reduzierung der Zimmer und Betten. Auch das erste Hausprosekt wurde gedruckt, in der Saison vom 01.03. bis 01.12.1975 wurden 6 Doppelzimmer und 13 Einzelzimmer zum Preis von DM 20,- für Übernachtung plus Halbpension DM 12,- angeboten. In dieser Zeit waren die Damen Havergoh schon im normalen Rentenalter, sie wollten aber nicht ohne „Ihre Gäste“ leben.
In der Saison 1981 unterstütze der heutige Firmeninhaber in seine beiden Großtanten der Küche und Gartenpflege (dienstfreien Wochen bei der Bundeswehr). 1983 sorgten sich die beiden unverheirateten Schwestern um den Bestand des Betriebes und schlugen Ihrer Nichte Gerda (Tochter des ältesten Bruders Willi Meier zum Havergo) die Betriebsführung vor. Mit Ablauf der Saison 1984 vollzogen Minna und Martha Meier zum Havergo den Schritt ins Rentnerleben, dabei nahmen Sie trotz des hohen Alters bis zum Tod noch regen Anteil an „Ihrem Betrieb“, den Gästen und dem Geschehen im Kurort.
1985 bis 2003 Mit dem Beginn der Saison im März 1985 übernahm die Nichte Kauffrau Gerda Meier zum Havergo-Wiehenkamp * 1936 Bad Meinberg, ∞ 1959 verheiratet mit Kaufmann Friedrich Wiehenkamp *1927 Detmold † 2002 Bad Meinberg – 2 Kinder; die Betriebsführung des „Haus Havergoh – Ihre Privatpension am Kurpark“. Nach einer weiteren Renovierungsphase waren 1989 ¾ aller Zimmer mit den Standard „Dusche und WC“ ausgestattet, Betriebsgröße: 19 Zimmer mit 25 Betten, 2 feste Mitarbeiterinnen und Unterstützung durch den Gatten. Der Mutter des heutigen Betriebsinhabers gelang es trotz der ersten Gesundheitsreformen und den damit verbundenen allgemeinen Gästerückgang in Bad Meinberg erfolgreich zu führen, indem Sie konsequent die persönliche und individiuellen Betreuung der privaten Gäste ausbaute und pflegte. Die hohe Zahl der regelmäßig buchenden Stammgäste führten zu dem wirtschaftlichen Erfolg im Familienbetrieb – Durchschnittliche Aufenthaltsdauer 14 Tage. In der Saison 1992 wurden im Gastgeberverzeichnis des Kur- und Verkehrsverein Bad Meinberg e.V. 11 Einzelzimmer und 6 Doppelzimmer zum Übernachtungs-Frühstücks-Preis DM 39,-; Übernachtung mit Halbpension DM 53,- inseriert.
Im Juni 1994 trat der jetzige Betriebsinhaber als Arbeitnehmer für Küche, Garten und Büro in Vorbereitung auf den neuen Generationswechsel ein. In den nächsten Jahren wurde das Gästehaus Havergoh durch Ihn zu einem Volljahresbetrieb als zertifizierten Qualitätsbetrieb ausgebaut und durch aktives Marketing neue Gästegruppen erschlossen. Im Gästehaus wurde 1995 die offizielle ADFC Kreis Lippe e.V. Fahrrad-Vermietung und Service-Station eröffnet. Seine vielseitige Erfahrungen als Koch in verschiedenen Hotel- / Restaurantküchen, Ausbildung als Küchenmeister IHK Heidelberg / Staatlich geprüfter Gastronom und im Management eines Kettengroßhotels waren dabei von großem Nutzen, z.B: Ausrichtung auf Regional- und Zielgruppenmarketing, 1996 erste Webseiten. Die Zielgruppe Tinnituskur entwickelte sich mit bis zu 60 anreisenden Gästen p.A. sehr positiv, konnte aber den Rückgang im allgemeinen Kurwesen.
Nach dem Tod von Friedrich Wiehenkamp und Martha Meier zum Havergo wurde der Wechsel in die 4.Generation vollzogen, mit der Konsequenz: „Generalsanierung des gesamten Gebäudes durch Auflagen der Brandschutzbehörden“.
2004 bis 2010 Nach 3-monatiger umfangreicher Baumaßnahme, in der alle behördlichen Auflagen und eine deutliche Qualitätssteigerung im Zimmerbereich durchgeführt wurden, übernahm der älteste Sohn Manfred Wiehenkamp *1960 Detmold – die Betriebsführung des 16-Zimmer / 23-Betten-Betriebes. Standard: alle Zimmer mit Dusche, WC und TV.
Im Jahr 2005 entwickelte sich die staatliche Sozialversicherungs- und Gesundheitsreform und die damit verbundenen politischen Entscheidungen zu der existenzbedrohenden Krise des Kurortes Bad Meinberg und somit des Familienbetriebes. Das Jahr 2006 sollte mit 22 % Zimmerbelegung das schlechteste Betriebsjahr seit 1947 in der Unternehmensgeschichte werden ! Als „Jungunternehmer“ konnte ich diese Zeit den Betrieb nur mit Hilfe der Familie aufrechterhalten, zeitweise konnten keine Mitarbeiter beschäftigt werden.
Aber die seit 1998 eingeleiteten Maßnahmen zur Neuausrichtung des Beherbergungsbetriebes auf die neuen Zielgruppen und die heutigen Ansprüche der Gäste zeigten schon Wirkung. Der Betriebsname ist Progamm „G**HAVERGOH – Wander- & Fahrrad-Hotel im Naturpark Teutoburger Wald“. In jedem folgenden Jahr wurde in das Gebäude planmäßig investiert, der Qualitätsstandard gefestigt und das Leistungsspektrum erweitert.
Die Gästestruktur hat sich in den letzten 10 Jahren von Kurort-Gästehaus zum Hotel im Teutoburger Wald gewandelt, so werden überwiegend „aus beruflichen Gründen Reisende“, Wanderer, Fahrradfahrer und Kurz-Kultur-Urlauber beherbergt.
Im 100-jährigen Betriebsjahr bietet das familiengeführte Unternehmen den folgenden Standard in 16 Zimmern mit 23 Betten: DEHOGA - G**-Sterne-Zertifizierung, Wander Qualitätsbetrieb Hermannshöhen®, ADFC-Bett & Bike® zertifizierter Fahrradbetrieb – Zimmer mit Dusche, WC-SAT-TV und kostenfreiem W-LAN-Zugang.
Weitere Serviceleistungen sind: Internet-Online-Buchung, Bargeldlose Abrechnung, Pauschalprogramme zu den Themen Wandern, Radfahren und Wellness, Gesellschaftsraum SALON von 8 bis 20 Personen, jahreszeitliche Frischküche mit 2 bis 5-Gang-Menüs nach Wünschen der Gäste. Der Preisrahmen für Übernachtung mit Frühstücksbüffet im Einzelzimmer beträgt ab € 31,- und im Doppelzimmer ab € 60,-. Der gesamte Leistungsumfang des Hotelbetriebes wird im Internet auf www.havergoh.de dargestellt, selbstverständlich mit downloadfähigen Informationen.
Auch in der Zukunft sind weitere Investitionen in das 100-jährige Gebäude und die Ausstattung der Gästezimmer geplant. Dabei werden die neuen Qualitätsvorgaben der DEHOGA-Hotel-Klassifzierung berücksichtigt.
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